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Raunächte vorbereiten: Räuchern und Stille

3. Okt.
3 Min. Lesezeit
Räuchern in den Raunächten - ein kleiner Räucheraltar


Wir leben in einer Gesellschaft, die weitgehend gegen den natürlichen Rhythmus des Jahreskreises lebt.


Kaum wird es draußen dunkel, wird es drinnen laut.


Überall Lichter.

Und noch mehr Lichter.

Und noch mehr Lichter.


Weihnachtsmärkte, Termine, Geschenke, Jahresendspurt.

Dabei wäre jetzt genau die Zeit für etwas anderes: für Ruhe. Für Stille. Für Rückzug.


Der Jahreskreis kennt keinen Dezember-Stress


Nach dem aktiven, hellen Sommerhalbjahr beginnt mit der Herbsttagundnachtgleiche die Zeit der Dunkelheit. Die Natur zieht sich zurück – und auch wir dürfen das.


Mit dem abnehmenden Licht verändert sich unser Rhythmus. Viele Menschen spüren im Winter mehr Bedürfnis nach Schlaf, Ruhe und Rückzug. Und genau dafür ist diese Jahreszeit da.


Dann kommen die Raunächte.

Zwölf Nächte rund um die Wintersonnenwende, wenn sich das Licht langsam wieder wendet. Eine Schwellenzeit. Eine Zeit zwischen den Jahren.

Eine Zeit, in der du wieder mehr mit dir selbst in Verbindung kommen darfst.


Was die Natur uns vormacht


Schau nach draußen und beobachte, was jetzt geschieht.

Die Bäume werfen ihre Blätter ab und fahren ihren Stoffwechsel herunter. Fledermäuse halten Winterschlaf. Insekten, Reptilien und Amphibien fallen in eine Kältestarre. Viele Vögel sind längst in den Süden gezogen.


Nichts davon ist Faulheit.

Es ist Weisheit.


Die Natur zieht ihre Kräfte nach innen. Sie sammelt Energie für das, was kommen wird.

Auch du musst nicht das ganze Jahr über blühen.


Wie es früher in den Raunächten war


Früher musste niemand lernen, langsamer zu werden. Es gab kein elektrisches Licht, keine Bildschirme und keinen ständigen Dauerbetrieb.

Wenn es dunkel wurde, wurde es ruhig.


Im Winter war mehr als die Hälfte des Tages dunkel. Die Feldarbeit ruhte, man rückte zusammen, erzählte Geschichten und erledigte nur das, was wirklich notwendig war.


Es war keine romantische Zeit – der Winter konnte hart und entbehrungsreich sein.

Aber die Dunkelheit hatte ihren Platz.


Heute haben wir uns weit davon entfernt. Wir können jederzeit Licht machen, arbeiten, einkaufen, kommunizieren, uns unterhalten lassen.

Die Nacht muss nicht mehr kommen.

Aber vielleicht darf sie trotzdem wieder einen Platz in unserem Leben bekommen.


Nichts tun dürfen


Natürlich gibt es Familienfeiern. Es gibt Menschen, die auch zwischen den Jahren arbeiten müssen. Es gibt Dinge, die erledigt werden wollen.

Aber ein Teil dieser Zeit darf dir gehören.


Ohne Leistung.

Ohne Arbeit.

Ohne Programm.


Früher war es selbstverständlich, dass im Winter nur das Allernotwendigste getan wurde.

Heute müssen wir diesen Raum bewusst schaffen.

Vielleicht nicht für zwölf ganze Nächte. Vielleicht nur für ein paar Stunden am Abend.

Aber auch das kann einen Unterschied machen.


Warum Räuchern so gut in diese Zeit passt


Räuchern ist ein leises Ritual.


Du zündest die Kohle an.

Legst die Kräuter darauf.

Beobachtest, wie der Rauch aufsteigt.


Wie er sich bewegt.

Welche Formen er zeichnet.

Du atmest den Duft ein.


Und langsam wirst du ruhiger.

Du bist da.

Bei dir.


Aber genau darin liegt der Punkt: Räuchern sollte nicht zu einer weiteren Aufgabe werden.

Wenn du mitten in den Raunächten erst überlegen musst:


Wie ging das noch einmal?

Welche Kräuter nehme ich?

Habe ich überhaupt genug zu Hause?

Wie funktioniert das mit der Kohle?


… dann hast du dir gerade eine neue Aufgabe geschaffen.

Und genau das sollte Räuchern nicht sein.


Darum: Übe vorher


Die Raunächte dürfen eine Zeit des Rückzugs sein – nicht die Zeit, in der du noch schnell lernen musst, wie Räuchern funktioniert.

Fang deshalb schon jetzt an.

Probiere verschiedene Kräuter und Harze aus. Schau, welche Düfte dich ansprechen. Mische deine eigenen Räuchermischungen. Finde heraus, welche Methode sich für dich gut anfühlt.


Und vor allem: Mach dir alles so einfach, dass du später nicht mehr darüber nachdenken musst.

Dann kannst du in den Raunächten einfach eine Schale nehmen, eine Mischung auswählen, den Rauch aufsteigen lassen – und dich zurücklehnen.


Wenn du dabei Begleitung möchtest, kannst du vom 6. bis 8. November 2026 bei meinem Räucher-Wochenende Rauch & Wandel im Hotel Schreiners im Waldviertel genau das lernen.


Du mischst deine eigenen Räuchermischungen, lernst verschiedene Räuchermethoden kennen und bindest dein eigenes Räucherbündel.

So gehst du gut vorbereitet und entspannt in die Raunächte.

Mehr über Rauch & Wandel erfahren.


Die dunkle Zeit kommt ohnehin


Ich wünsche dir eine wunderbare Raunachtszeit.

Und ich wünsche dir, dass du dir heuer wirklich erlaubst, ein Stück in die Stille zurückzugehen.


Nicht, weil du noch etwas leisten musst.

Sondern weil du nichts leisten musst.

Die dunkle Jahreszeit kommt ohnehin.


Du darfst ihr diesmal entgegengehen.

Und vielleicht spürst du dann, dass die Dunkelheit gar nichts ist, wovor du dich fürchten musst.

Vielleicht ist sie einfach eine Einladung, wieder ein Stück nach innen zu gehen.

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