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Samhain - wenn sich der Jahreskreis schließt

vor 5 Tagen
3 Min. Lesezeit
Silhouette von Asa Buchmann am Baumstamm an einem nebligen Novemberabend zu Samhain

Die Blätter sind gefallen.

Die Felder sind leer.

Das Licht kommt spät und geht früh.

Mit Samhain schließt sich der Kreis.


Das alte Jahr geht.

Und das neue beginnt.

Nicht im Licht.

Sondern im Dunkeln.


Für die Kelten war das ganz selbstverständlich. Ihr Tag begann am Abend, mit dem Sonnenuntergang. Und ihr Jahr begann mit dem Winter. Darum beginnt Samhain am Abend des 31. Oktober und dauert bis in den 1. November hinein.


Ein Jahr, das im Dunkeln beginnt


Wir feiern Neujahr mitten im Winter. Mit Feuerwerk, Sekt und guten Vorsätzen. Laut und hell.

Und spätestens Mitte Jänner hat sich der erste Vorsatz schon wieder leise verabschiedet. Ohne Feuerwerk.


Der Jahreskreis erzählt eine andere Geschichte. Er weiß, dass alles Neue im Verborgenen beginnt.


Der Samen in der Erde.

Das Kind im Bauch.

Der Gedanke, bevor er ein Wort wird.


Samhain ist kein Ende, das traurig macht.

Es ist ein Anfang, den man noch nicht sieht.


Acht Tore, ein Kreis


Der keltische Jahreskreis kennt acht Feste. Vier Sonnenfeste – die beiden Sonnenwenden und die beiden Tagundnachtgleichen. Und vier Mondfeste, die genau dazwischen liegen: Imbolc, Beltane, Lammas und Samhain.

Es sind die 8 Tore im Jahreskreis.


Wer den Jahreskreis eine Weile begleitet, merkt irgendwann: Das ist nicht nur ein Kalender da draußen. Es ist auch einer in uns.

Wir haben unsere eigenen Frühlinge.

Unsere Sommer.

Und unsere Samhain-Zeiten, in denen etwas zu Ende geht, damit etwas Neues Platz hat.


Samhain wohnt längst bei uns


Wir haben Samhain nie ganz verloren. Wir nennen es nur anders.

Am 1. November ist Allerheiligen, am 2. November Allerseelen. Die Kirche hat diese Gedenktage im Mittelalter genau in die Zeit gelegt, in der die Menschen ohnehin ihrer Toten gedachten. Die alten Bräuche sind geblieben. Sie haben nur ein neues Kleid bekommen.

Und wir gehen bis heute auf den Friedhof. Wir stellen Lichter auf die Gräber. Wir denken an die, die vor uns waren.


Ein Licht in der dunklen Zeit.

Für die Seelen.

Für die Erinnerung.


Dann ist da noch der Allerheiligenstriezel, den Patenkinder von ihrer Godn bekommen. Ein geflochtener Zopf aus Germteig. Man erzählt, dass Frauen sich früher in der Trauer ihren Zopf abschnitten – und der Striezel noch heute daran erinnert.


Und Halloween? Das ist Samhain, das einmal nach Amerika ausgewandert und als Kürbis zurückgekommen ist. In Irland hat man früher Rüben ausgehöhlt und Lichter hineingestellt. Der Kürbis kam erst später.


Die Ahnen – und wir


Samhain ist das Fest der Ahnen. Der Frauen und Männer, die vor uns waren.


Ihre Kraft.

Ihre Wunden.

Ihr Wissen.


Wir tragen sie in uns. In unserem Gesicht.

Und irgendwann werden wir selbst zu Ahninnen. Für unsere Kinder. Für Enkel.

Samhain stellt dazu leise Fragen:


Was möchte ich weitergeben?

Was darf mit mir enden?

Was habe ich empfangen, das ich noch gar nicht gewürdigt habe?


Samhain feiern – ganz einfach


Es braucht dafür keinen großen Altar. Ein paar kleine Gesten genügen.

Eine Kerze ins Fenster stellen.

Ein Foto deiner Großmutter auf den Tisch legen.

Schweigend durch den Nebel gehen.

Am Abend aufschreiben, was in diesem Jahr gehen darf.


Und dann einfach da sein.

Atmen.

Spüren, wer hinter dir steht.


Breathwork im Ahnentempel


Wenn du Samhain nicht allein begehen möchtest: Am 1. November öffne ich meinen Ahnentempel.

Im Dunkel des Tempels trägt dich der Atem in eine intensive Breathwork-Reise. Danach wird es still. An der Flamme von Avalon verbindest du dich mit deinen AhnInnen und trägst ihr Licht mit nach Hause. Im Sharing teilen wir, was sich gezeigt hat, und bei Tee und Austausch klingt der Abend aus.

1. November 2026, 15 bis ca. 18 Uhr

Remember, Wasserweg 8, 3425 Langenlebarn

 

Der Kreis schließt sich.

Und im Dunkeln beginnt er neu.

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