Tage ausserhalb der Zeit. Komm nach Hause im Retreat.
- Asa Buchmann
- 28. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Der Kopf ist voll.
Der Kalender auch.
Zwischen Terminen, Nachrichten und Verpflichtungen bleibt kaum Raum, einmal wirklich innezuhalten.
Wir funktionieren.
Tag für Tag.
Und irgendwann fühlt sich das Funktionieren anstrengend an.
Unser Körper ist nicht dafür gemacht, dauerhaft unter Anspannung zu stehen.
Unser Nervensystem kennt eigentlich zwei Richtungen.
Die eine macht uns wach, leistungsfähig und bereit zu handeln.
Die andere lässt uns ausruhen, entspannen.
Verdauen.
Regenerieren.
Schlafen.
Heilen.
Beides gehört zum Leben. Stress & Entspannung
Viele von uns verbringen jedoch deutlich mehr Zeit im ersten Zustand.
Nicht, weil wir etwas falsch machen.
Sondern weil unser Alltag kaum noch Pausen kennt.
Das Gehirn verarbeitet ununterbrochen Informationen.
Der Blick springt von Bildschirm zu Bildschirm.
Selbst die freien Minuten werden gefüllt mit privatem Scrollen am Handy.
Der Körper bleibt aufmerksam.
Immer bereit.
Auch dann, wenn längst keine Gefahr mehr da ist.
Genau deshalb fühlt sich echte Stille am Anfang manchmal ungewohnt an.
Nicht, weil sie uns nicht guttut.
Sondern weil unser Nervensystem erst wieder lernen muss, dass Ruhe sicher ist.
Das Nervensystem kann nicht ohne weiteres auf Entspannung umschalten.
Es ist jedoch einfach, es daran zu erinnern, wie es geht.
Man muss nur tun, was Menschen seit Jahrhunderten praktizierten, bevor unsere schnelle Zeit begann:
Pausen
Rückzug
Auszeit vom Alltag
Die Forschung bestätigt inzwischen, schon wenige Tage bewusster Rückzug können den Cortisolspiegel senken, die Herzfrequenzvariabilität verbessern, den Schlaf vertiefen und das subjektive Stressempfinden deutlich reduzieren.
Nicht nur gefühlt.
Messbar.
Doch Zahlen erzählen nur einen kleinen Teil der Geschichte.
Was mich an Retreats berührt, lässt sich kaum messen.
Irgendwann wird der Blick weicher.
Der Atem tiefer.
Gespräche werden langsamer.
Menschen lachen wieder aus vollem Herzen.
Oder sie weinen zum ersten Mal seit langer Zeit.
Weil etwas Neues entsteht.
Oder weil etwas Altes wieder auftaucht.
Etwas, das im Alltag oft überdeckt wird.
Ich glaube nicht, dass Retreats uns verändern.
Ich glaube, sie erinnern uns.
An das, was wir unter all den Rollen, Erwartungen und Aufgaben längst sind.
Deshalb sind Retreats für mich keine Auszeiten.
Sie sind Wendepunkte.
Ein geschützter Raum.
Ohne Erwartungen.
Ohne Müssen.
Mit Natur.
Mit Stille.
Mit Menschen, die sich erlauben, einfach sie selbst zu sein.
Nicht jeder Weg führt weiter.
Manche führen nach Hause.
Retreats zu begleiten ist für mich weit mehr als Arbeit.
Es ist meine Leidenschaft.
Immer wieder Zeugin sein zu dürfen, wenn Menschen nach Hause finden.
Zu sich selbst.
Denn genau dort beginnt Veränderung.
Leise.
Tief.
Und von innen heraus.




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